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Wilhelm Reibel: In "Schutzhaft" wg. Gewerkschaftstätigkeit

Wilhelm Reibel (geboren am 22. April 1897 in Lahr) war ein gelernter Schriftsetzer und ab 1932 hauptamtlicher Vorsitzender des Gaues Oberrhein der Deutschen Buchdrucker. Während der NS-Zeit wurde er dreimal inhaftiert: 1933 aufgrund der Auflösung der Gewerkschaften, 1936 wegen des Verdachts auf Hochverrat sowie 1944 im Zusammenhang mit dem Attentat auf Hitler. Nach dem Ende des Faschismus engagierte er sich wieder in der Gewerkschaftsbewegung, unter anderem als Vorsitzender des Badischen Gewerkschaftsbundes und als Leiter der Bezirksstelle Baden des DGB. Von 1960 bis zu seinem Tod im Jahr 1963 war er Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Baden-Württemberg.

Wilhelm Reibel wurde am 22. April 1897 in Lahr geboren. Er erlernte den Beruf eines Schriftsetzers und war ab 1. Juli 1932  hauptamtlicher Vorsitzender des Gaues Oberrhein der Deutschen Buchdrucker. 

Wilhelm Reibel wurde mehrmals von den Nazis verhaftet und eingesperrt, das erste Mal im Zuge der Auflösung der Gewerkschaften durch die Nazis:
vom 16.6.1933 bis zum 13.7.1933        Schutzhaft in Freiburg
vom 13.7.1933 bis zum 20.7.1933        Schutzhaft in Emmendingen
vom 21.7.1933 bis zum 30.8.1933        Schutzhaft im Konzentrationslager Heuberg
Ein zweites Mal wegen Verdachts auf Hochverrat
vom  3.6. 1936 bis zum  2.7.1936         Schutzhaft in Freiburg
vom   2.7.1936 bis zum 15.8.1936        Untersuchungshaft Freiburg
Ein drittes Mal nach dem fehlgeschlagenen Attentat auf Hitler am 20.Juli 1944:
vom 22.8.1944 bis zum 27.8.1944        Durchgangshaft Freiburg    

1950 schreibt er dazu  in einem seiner Anträge auf Wiedergutmachung:
„Im Jahre 1933 wurde ich als Gauvorsteher auf Anweisung des Reichs-Innenministeriums verhaftet. Bei der Vernehmung wurde mir mitgeteilt, dass alle Gauvorsteher verhaftet wurden wegen beabsichtigter Gründung einer illegalen Buchdrucker-Gewerkschaft.
Im Jahre 1936 erfolgte die Verhaftung durch die Gestapo wegen illegaler Betätigung unter dem Verdacht des Hochverrats.
Im Jahre 1944 durch die Gestapo anlässlich des Attentats auf Hitler.“

Nach der Befreiung vom Faschismus war Wilhelm Reibel wieder in der neugegründeten Gewerkschaft tätig. Zunächst als  hauptamtlichen Vorsitzender der Landesvereinigung der Gewerkschaften des graphischen Gewerbes Südbaden. Anschließend wurde er Vorsitzender des Badischen Gewerkschaftsbundes.
Seit dem 1. Jan. 1950 war Reibel Leiter der Bezirksstelle Baden des DGB im Bereich des Landesbezirks Württemberg-Baden; von 1960 bis zu seinem Tod 1963 war Wilhelm Reibel Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Baden-Württemberg.

 

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