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In unserer Sache: Bilder einer Ausstellung zum 8. Mai

"Bilder einer Ausstellung" heißt ein Musikstück des russischen Komponisten Modest Mussorski, mit dem er den Eindruck eines Rundgangs durch eine Ausstellung vermittelt.

Mit ganz anderen Bildern einer ganz anderen Ausstellung haben wir anläßlich des 75. Jahrestages der Befreiung von Faschismus und Krieg auf der Internet Seite des Friedensrats Markgräflerland versucht einen Eindruck davon zu vermitteln, wie es aussah im Markgräflerland unterm Hakenkreuz.

1995 - zum 50. Geburtstag der Freiheit nach ihrer Widergeburt am 8. Mai 1945 luden wir als Friedensrat Markgräflerland ein, diesen Tag gemeinsam zu feiern.

Und wir riefen mit den Worten des damaligen Intendanten des Hamburger Thalia Theaters, Jürgen Flimm, Organisationen und Institutionen im Markgräflerland dazu auf, ihren Beitrag zu dieser Geburtstagsfeier beizutragen.

 

So sah das Geburtstagsprogramm "Die Freiheit hat Geburtstag" 1995 aus:

 

Badische Zeitung 4. Mai 1995

 

Der inzwischen verstorbene Müllheimer Fotograf Werner Glaubrecht überließ uns aus diesem Anlaß eine Fülle von Bildern aus der Nazi Zeit. Wir zeigten sie in einer Ausstellung in der Martinskirche in Müllheim als Beitrag zu einer von uns initiierten Veranstaltungreihe zum 8. Mai 1995. Die Bilder zeigen wie es war im Markgräflerland, als die Freiheit unterging.
Diese Bilder und manches mehr haben - haben wir aus Anlaß des 75. Jahrestags der Befreiung von Faschismus und Krieg online gestellt.

► Markgräflerland unterm Hakenkreuz

Und wir haben begonnen zu dokumentieren, wie es um den Widerstand gegen die Nazis im Markgräflerland bestellt war.

Ein Feld, das noch nach 75 Jahren Ende der Nazi Barbarei weitgehend unbestellt ist.

Dies zu ändern haben wir uns zur Aufgabe gemacht.

► Widerstand und Verfolgung im Markgräflerland 1933-1945

Uns wird deutlich, was sich in den letzten 25 Jahren (nicht) geändert hat.


Nicht geändert hat sich, dass der Mehrzahl der Menschen in unserem Land der Tag der Befreiung gleichgültig ist. Er ist ihnen unbekannt. Und das, was wir mit ihm verbinden, ist ihnen fremd. Wer erinnert sich noch an die ►Ansprache des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weiszäcker anlässlich des 40. Jahrestages der Befreiung 1985 ?

Geändert hat sich, dass es 1995 in Müllheim noch andere Menschen, Institutionen und Parteien gab, die sich dafür einsetzten, diesen Tag hervorzuheben und den Geburtstag der Freiheit zu feiern.
Das nebenstehende Programm von 1995 zeigt es.
Der SPD Ortsverein Müllheim leistete seinen Beitrag, die Stadt Müllheim, Künsterinnen und Künstler aus der Region war das Datum wichtig. Es gab noch eine Gruppe der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der Antifaschisten (VVN/BdA) in Müllheim.

Und auch die Ablehnung dieses Tages wurde durch Teile der Bevölkerung deutlich:

"Rotfront verrecke!"  hieß es 50 Jahre nach Ende der Nazis auf einem im Stadtbild Müllheims angebrachten Plakat

25 Jahre später waren es nur noch wir vom Friedensrat Markgräflerland, die sich diesem Tag in der Raumschaft in der Öffentlichkeit verpflichet fühlten. Die Stadt Müllheim sah sich außerstande, unsere Presseinformation zu diesem Tag im Amtsblatt zu veröffentlichen. Die "Badische Zeitung" würdigte unsere Veranstaltung mit keiner Zeile.

 

► Tag der Befreiung im Markgräflerland

 

Umso mehr hat uns gefreut, daß sich in diesem Jahr aus Anlaß des 8. Mai erfreulicherweise mehr Menschen als in den Jahren zuvor an den Gräbern der 58 Kindern von Zwangsarbeiterinnen auf dem Alten Friedhof in Müllheim versammelten, um den Schwur der Überlebenden von Buchenwald zu bekräftigen:" Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel."

KEINEN ZENTIMETER NACH RECHTS!

Louis Fürnberg

Jeder Traum

Jeder Traum, an den ich mich verschwendet
Jeder Kampf, wo ich mich nicht geschont
Jeder Sonnenstrahl, der mich geblendet
Alles hat am Ende sich gelohnt

Jedes Feuer, das mein Herz gefangen
Und die Sorge, die mich oft beschlich
War's auch schwer, so ist es doch gegangen
Narben blieben, doch es lohnte sich

Unser Leben ist oft schwer zu tragen
Und nur, wenn man auch zusammenhält
Hat man Kraft, zum Leben Ja zu sagen
Und zum Kampf für die ganz andere Welt

Ja, ich höre noch den Ruf der Schwäne
Und erinnere unsere Zuversicht
Wein' ihr manchmal eine bittere Träne
Das ist alles, denn mehr lohnt sich nicht

Ja, ich hab mein Schicksal längst beschlossen
Als ich mich zum Widerspruch entschied
Wenn ich singe, Freunde und Genossen
Gehen unsere Träume durch mein Lied

► nach Franz Josef Degenhardt

 

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