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8. Mai - Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg

"Dass mein werter Name als Nazi-Gegner in tausend Jahren noch im Strafregister stehen wird, darauf werd ich stets stolz sein."

Edwin Bruckert, Bergmann und Landwirt aus Buggingen (Markgräflerland)
wegen seiner Nazi Gegnerschaft 1944 vom Sondergericht Freiburg zu einer Gefängnisstrafe verurteilt 

Veranstaltung des Friedensrats Markgräflerland in Müllheim

Zum Tag der Befreiung Deutschlands von Faschismus und Krieg am 8. Mai hatte der Friedensrat Markgräflerland zu einer Gedenkveranstaltung an die Gräber der 58 Kindern von Zwagsarbeiterinnen auf den Alten Friedhof in Müllheim eingeladen. Diese Kinder starben noch unmittelbar nach Beendigung der Nazi Herrschaft an deren Folgen.
Anne-Katrin Vetter vom Friedensrat Markgräflerland machte deutlich, unter welchen unmenschlichen Bedingungen die Zwangsarbeiter in Nazi Deutschland litten: "Medizinische Versorgung gab es kaum oder gar nicht, die Lebensbedingungen waren sehr schlecht, die Arbeitsbedingungen ebenfalls. Durch das Ausnutzen der Arbeitskraft wollten sich die Nazis an den Menschen rächen, die russischen Ursprungs, polnischen Ursprungs, oder sonstiger Nationalität waren, die ihnen nicht passten. „Untermenschen“ war ihre Sammelbezeichnung. Ganz oft wurden sie geprügelt oder gequält, geschunden und viele wurden ermordet."
Vetter kritisierte die Bezeichnung "Polenfeld" für die Gräber der verstorbenen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterkinder, die sie als herz- und gefühlos bezeichnete. In dieser Bezeichnung sei ausgelöscht, dass es sich hier auch um die Gräber von Kindern handelt, die heute noch unter uns wären, hätten diese Kinder ihr begonnenes Leben in ihrer Heimat ohne diesen Nazi-Wahnsinn leben können. 
Begleitet von Felix Hempel auf dem Fagott sangen die Teilnehmer das Lied von Bettina Wegener "Sind so klein die Hände". Die Liedermacherin hatte dem Friedensrat zum 8. Mai diese Grussadresse geschickt: "Solange Ihr an diese polnischen Zwangsarbeiterkinder denkt und über ihr Schicksal berichtet, solange werden sie in unserem Bewußtsein leben und nicht vergessen sein. Sie werden in unserer Erinnerung leben und die Menschen aufrufen, diese unmenschliche Lebenssituation nie wieder zuzulassen. Ich danke Euch für Eure Erinnerungsarbeit und bin im Herzen bei Euch."
Dann verlasen die Teilnehmer die Namen der verstorbenen Kinder und knüpften Bänder mit deren Namen an die umstehende Bäumen. Jedes Band geschmückt mit einem Vergissmeinnicht.

Leider weist bis heute kein Hinweis auf die Gräber der verstorbenen Zwangsarbeiterkinder hin. Der Friedensrat Markgräfland wird sich dafür einsetzen, dass in einer würdigen Form mit einer Hinweistafel diesem Mangel abgeholfen wird.   

 

Niezapominajka! Vergiss mein nicht!

Unser Transpi macht auf unsere Veranstaltung zum Tag der Befreiung am 8. Mai aufmerksam ....

.... und unsere Plakate auch.

8. Mai 1945
Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg

Am 8. Mai 2021 feiern wir zum 77. Mal den Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg.  Auch das Markgräflerland im Südwesten Deutschlands wurde von den Nazis befreit – und vom Krieg.
Heute wird der 8. Mai 1945 von vielen Europäern gefeiert und ist Teil eines kollektiven europäischen Gedächtnisses.

Dazu gibt es allen Grund - vor allem in Deutschland. Denn nach dem 8. Mai 1945 konnte ein demokratischer Neuanfang beginnen.
Die Überlebenden des Naziterrors, Opfer des Faschismus, wollten ein Land ohne Krieg und Terror errichten, demokratisch, frei und solidarisch.
Diesen Tag gilt es - so der Friedensrat Markgräflerland - zu würdigen und zu feiern.

Auch in diesem Jahr, in dem mit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine etwas passiert ist, das viele nicht für möglich hielten: Dass die Regierung eines Landes, das unter dem furchtbaren Vernichtungskrieg der Nazis derart gelitten hat, solch einen Krieg beginnen würde. Die russischen Panzer werden von den Urenkeln der Frauen und Männer gesteuert, die gemeinsam mit ihren ukrainischen Kampfgefährten unter unvorstellbaren Opfern die Sowjetunion verteidigten und die Hauptlast im Kampf für die Befreiung Europas vom Faschismus trugen. Der Einmarsch in ein anderes Land ist durch nichts zu rechtfertigen. Weder durch den Verweis auf eigene Sicherheitsinteressen noch durch den Verweis auf die völkerrechtswidrigen Kriege der NATO.


Der Friedensrat Markgräflerland lädt

ein zur Erinnerung an die doppelte Befreiung von Faschismus und Krieg an den Gräbern der Zwangsarbeiterkinder auf dem Alten Friedhof in Müllheim am Sonntag, 8. Mai 2022 um 15 Uhr: Niezapominajka! - Vergiss mein nicht!

Und: Die Waffen nieder!

 

► das Plakat zum downloaden

 

So berichtete der SWR über unsere Aktion 2016:

► Bericht des SWR Fernsehen über unsere Aktion zum Tag der Befreiung am 8. Mai in Müllheim 

2 x 8.Mai 2022 in Müllheim: Autoschau und

die Erinnerung an den Tag der Befreiung 1945

 

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