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Morde in Paris

Friedensrat Markgräflerland

Unsere Verantwortung für eine Welt in Frieden!

Die Morde in Paris sind: Durch nichts zu entschuldigen und nicht zu rechtfertigen.
Sie sind genauso gewalttätig wie die Politik, mit der die Oberen andauernd zur weiteren Unordnung in der Welt beitragen.
Eine solche Politik ist durch nichts zu entschuldigen und nicht zu rechtfertigen.
Wir erleben - nicht erst seit den Morden in Paris - die Folgen dieser Gewalt: Im Nahen Osten, in Afghanistan, in Mali, in Syrien, in der Ukraine,..... .
So wie wir trauern um die Opfer der Gewalt in Paris, so trauern wir um die Opfer der Gewalt im Nahen Osten, in Afghanistan, in Syrien, in der Ukraine... .

Eine gewalttätige Politik ruft immer wieder Gewalt hervor. Und neue Opfer.
In fremden Ländern und bei uns.
Wir wollen nicht, dass den Opfern dieser Gewalttätigkeit immer wieder neue Opfer hinzugefügt werden.
Nicht in fremden Ländern und auch nicht bei uns. Wir wollen keine Gesellschaft, die auf Gewalt beruht.

Wir wollen einen grundsätzlichen Wandel. Menschenrechte sind unteilbar. Sie gelten für alle. Überall auf der Erde.

Wer Frieden will, darf keine Politik betreiben, die zum Krieg nach Außen oder nach Innen führt.

Eine Welt in Frieden ist möglich: Wenn jede(r) ihr/sein NEIN sagt zu Krieg und Gewalt!

Sagt NEIN!

 

► Rap von Blumio zu den Morden in Paris

 

Comite du Markgräflerland pour la Paix

Notre responsabilité pour un monde en paix.

Rien ne peut excuser ni légitimer les meurtres de Paris.
Ils sont aussi brutaux que la politique des dirigeants qui sèment en permanence le désordre dans le monde entier.
Rien ne peut excuser ni légitimer cette politique.
Nous assistons, pas seulement depuis les meurtres de Paris, aux conséquences de cette violence: au Moyen Orient, en Afghanistan,
en Syrie, en Ukraine ...
Nous pleurons les victimes de la violence à Paris mais aussi les victimes des violences au Moyen Orient, en Afghanistan, en Syrie, en Ukraine ...  
Une politique violente attise toujours la violence, de nouvelles victimes, chez nous et partout dans le monde.
Nous refusons qu´à ces violences s´ajoutent d´autres victimes, pas chez nous et nulle part dans le monde.
Nous ne voulons pas d'une société axée sur la violence.
Nous voulons un changement fondamental des valeurs. Les droits de l´Homme sont indivisibles, pour tous les Hommes de cette planète.
Celui qui veut la paix ne doit pas agir politiquement avec des actions entrainant la guerre à l´intérieur ou l´extérieur.
Un monde en Paix est possible si chacun dit non à la guerre et à la violence.
Dites NON à la guerre et à la violence !


Die klugen Pariser

Die Heuchlerparade von Paris

Die Karikatur oben vermittelt einen falschen Eindruck. Sie geht davon aus, dass die Oberen eine gewisse Zeit gemeinsam mit dem Volk demonstriert hätten. Haben sie aber nicht. Die "volksnahe" Politiker-Demo war nur inszeniert.
Die Bilder sind in einer einsamen Nebenstrasse entstanden, die an beiden Enden abgesperrt war.

► Die Heuchlerparade von Paris 

Alles für das Volk, aber ohne das Volk
Während hunderttausende in Paris für die Meinungsfreiheit demonstrieren, versammeln sich Würdenträger aller Länder in einer leeren Straße zum Foto. Dieselben Würdenträger, die in ihren Ländern Rechte und Freiheiten beschneiden. Nur das Volk verteidigt das Volk!
 

Illusion

 

Wirklichkeit

 

"Mein Bruder"

Als Reaktion auf die Terroranschläge in Paris hat Regisseur Luc Besson ("Leon, der Profi", "Das fünfte Element") auf seiner Facebook-Seite einen Text veröffentlicht, der in Frankreich unzählige Leser erreichte und immer weiter geteilt wird. Hier die deutsche Übersetzung seines offenen Briefs an einen muslimischen Bruder.

 

Mein Bruder,

wenn Du wüsstest, wie schlecht ich mich heute fühle für Dich, Dich und Deine schöne Religion, die so beschmutzt, gedemütigt, beschuldigt wurde. Vergessen sind Deine Kraft, Deine Energie, Deine Menschlichkeit, Deine Brüderlichkeit. Das ist ungerecht, und gemeinsam werden wir sie beseitigen, diese Ungerechtigkeit. Millionen lieben Dich, und wir alle werden Dir helfen. Fangen wir am Anfang an. Wie sieht die Gesellschaft aus, die wir Dir anbieten?

Sie basiert auf Geld, Profit, Trennung, Rassismus. In einigen Banlieues erreicht die Arbeitslosigkeit der Unter-25-Jährigen 50 Prozent. Man hält dich aufgrund Deiner Hautfarbe oder deines Vornamens auf Abstand. Man kontrolliert Dich zehnmal am Tag, man pfercht Dich in überfüllte Hochhäuser und niemand setzt sich für Dich ein. Wer kann in solchen Umständen leben und sich entfalten? Ein Tier oder ein Kind, das man monatelang ohne Zuneigung lässt, tötet am Ende doch jeden X-beliebigen.

Profit geht in dieser Gesellschaft über alles. Man fällt den Apfelbaum und verkauft sein Holz, wundert sich aber hinterher, dass man kein Obst mehr hat. Hier liegt das wahre Problem, und wir alle müssen es gemeinsam lösen.

Ich richte meinen Appell an alle Mächtigen, Unternehmenschefs, Direktoren. Helft dieser gedemütigten und verkümmerten Jugend, die doch nur an der Gesellschaft teilhaben will. Die Wirtschaft dient dem Menschen und nicht umgekehrt. Und Gutes tun ist der schönste Profit von allen. Liebe Mächtige, habt ihr Kinder? Liebt ihr sie? Was wollt ihr ihnen hinterlassen? Kohle? Warum nicht eine gerechtere Welt? Das würde eure Kinder stolzer auf euch machen.

Man kann sein Glück nicht auf dem Unglück der anderen aufbauen. Das ist weder christlich, noch jüdisch, noch muslimisch. Das ist einfach nur egoistisch und fährt unsere Gesellschaft und unseren Planeten direkt vor die Wand. Diese Arbeit steht uns also heute bevor, um unsere Toten zu ehren.

Und Du, mein Bruder, hast auch noch Arbeit vor Dir. Wie soll sich diese Gesellschaft, die man Dir anbietet, ändern? Indem Du arbeitest, studierst, indem Du lieber zum Stift als zur Kalaschnikow greifst. Das ist nämlich das Gute an der Demokratie, dass sie Dir elegante Werkzeuge anbietet, um Dich zu verteidigen. Nimm Dein Schicksal in die Hand, ergreife die Macht.

Es kostet dich 250 Euro, eine Kalaschnikow zu kaufen, ein Kugelschreiber aber nicht mal drei Euro, und dabei hat deine Antwort so tausendmal mehr Einfluss.

Ergreife die Macht und spiele mit den Regeln. Ergreife die Macht auf demokratische Weise, hilf all Deinen Brüdern. Der Terrorismus wird nie gewinnen. Das wird die Geschichte beweisen. Und das schöne Bild des Märtyrers funktioniert in beide Richtungen. Schon heute kommen tausend Cabus und tausend Wolinskis zur Welt. Ergreife die Macht und lass niemanden die Macht über Dich ergreifen. Du solltest wissen, dass die beiden blutrünstigen Brüder heute nicht Deine waren, und das wissen wir alle.

Sie waren höchstens zwei geistig Schwache, aufgegeben von der Gesellschaft, dann missbraucht von einem Prediger, der ihnen die Unsterblichkeit verkaufte … Die radikalen Prediger, die ihr Geschäft machen und euer Unglück ausnutzen, haben nichts Gutes im Sinn. Sie bedienen sich Deiner Religion für ihre eigenen Vorteile. Es ist ihr Geschäft, ihre kleines Unternehmen. Morgen, mein Bruder, werden wir stärker sein, verbundener, solidarischer. Ich verspreche es Dir.

Aber heute, mein Bruder, weine ich mit Dir.

Luc Besson

Mon Frère,

Mon frère, si tu savais combien j’ai mal pour toi aujourd’hui, toi et ta belle religion ainsi souillée, humiliée, montrée du doigt. Oubliés ta force, ton énergie, ton humour, ton cœur, ta fraternité. C’est injuste et l’on va ensemble réparer cette injustice. On est des millions à t’aimer et on va tous t’aider. Commençons par le commencement. Quelle est la société que l’on te propose ? 

 

Basée sur l’argent, le profit, la ségrégation, le racisme. Dans certaines banlieues, le chômage des moins de 25 ans atteint 50%. On t’écarte pour ta couleur ou ton prénom. On te contrôle dix fois par jour, on t’entasse dans des barres d’immeubles et personne ne te représente. Qui peut vivre et s’épanouir dans de telles conditions ? Attachez un enfant ou un animal, sans nourriture et sans affection pendant des mois, il finira par tuer n'importe qui.

On fait passer le profit avant toute chose. On coupe et vend le bois du pommier et après on s’étonne de ne plus avoir de fruit. Le vrai problème est là, et c’est à nous tous de le résoudre.

J’en appelle aux puissants, aux grands patrons, à tous les dirigeants. Aidez cette jeunesse, humiliée, atrophiée qui ne demande qu’à faire partie de la société. L’économie est au service de l’homme et non pas l’inverse. Faire du bien est le plus beau des profits. Chers puissants, vous avez des enfants ? Vous les aimez ? Que voulez-vous leur laisser ? Du pognon ? Pourquoi pas un monde plus juste ? C’est ce qui rendrait vos enfants les plus fiers de vous.

On ne peut pas construire son bonheur sur le malheur des autres. Ce n’est ni chrétien, ni juif, ni musulman. C’est juste égoïste, et ça entraîne notre société et notre planète droit dans le mur. Voilà le travail que nous avons à faire dès aujourd’hui pour honorer nos morts.

Et toi mon frère, tu as aussi du boulot. Comment changer cette société qu’on te propose ? En bossant, en étudiant, en prenant un crayon plutôt qu’une kalach'. La démocratie a ça de bien qu’elle t’offre des outils nobles pour te défendre. Prends ton destin en main, prends le pouvoir.

Ça coûte 250 euros pour t'acheter une kalachnikov mais c’est à peine 3 euros pour t’acheter un stylo, et ta réponse peut avoir mille fois plus d’impact.

Prends le pouvoir et joue avec les règles. Prends le pouvoir démocratiquement, aide tous tes frères. Le terrorisme ne gagnera jamais. L’histoire est là pour le prouver. Et la belle image du martyr marche dans les deux sens. Aujourd’hui il y a mille Cabu et mille Wolinski qui viennent de naître. Prends le pouvoir, et ne laisse personne prendre le pouvoir sur toi. Sache que ces deux frères sanglants d’aujourd’hui ne sont pas les tiens, et nous le savons tous.

Ce n'étaient tout au plus que deux faibles d’esprit, abandonnés par la société puis abusés par un prédicateur qui leur a vendu l’éternité… Les prédicateurs radicaux qui font leur business et jouent de ton malheur n’ont aucune bonne intention. Ils se servent de ta religion à leur seul avantage. C’est leur business, leur petite entreprise. Demain, mon frère, nous serons plus forts, plus liés, plus solidaires. Je te le promets.


Mais aujourd’hui, mon frère, je pleure avec toi.

 

Luc Besson

»Im Namen der Freiheit wird weiter gemordet«

Bei der »Solidarität« von Regierungschefs mit den Opfern der Pariser Terroranschläge ist sehr viel Heuchelei im Spiel. Ein Gespräch mit Albrecht Müller

 
 
 
Interview: Ralf Wurzbacher
 
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Albrecht Müller war einst Planungschef der Bundeskanzler Willy Brandt und Helmut Schmidt (beide SPD) und ist heute Herausgeber des politik- und medienkritischen Webportals NachDenkSeiten.de

Am Sonntag sind 1,5 Millionen Menschen aus Solidarität mit den Opfern der Terroranschläge auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo durch die Straßen von Paris marschiert. Ihre Stellungnahmen dazu auf den NachDenkSeiten legen den Anschein nahe, als freute Sie das nur bedingt. Warum?

Natürlich fand ich es gut, dass so viele Menschen der Opfer gedacht haben. Ich mache mir aber Sorgen, dass diese Demonstration für etwas missbraucht wird, das dem Anliegen der übergroßen Mehrheit der Beteiligten in Wahrheit zuwiderläuft. Denn in den Köpfen bleibt doch vor allem hängen: »Wir sind die Guten.« Man feiert die sogenannten westlichen, freiheitlichen, demokratischen Werte, während im Namen von Freiheit und Demokratie weltweit gemordet, gefoltert und Krieg geführt wird. Viele der Staatschefs, die das Banner für Frieden und Toleranz hochgehalten haben, treten diese Werte mit ihrem täglichen Tun mit Füßen. Das auszusprechen, wird künftig schwerer werden.

Warum?

Weil die Trennlinie zwischen den Guten und den Bösen schärfer gezogen worden ist, wenn auch nur scheinbar. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Diese von den USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ausgegebene Losung gilt ab sofort auch für Frankreich, Deutschland, Europa und die ganze sogenannte westliche Wertegemeinschaft. Besonders schwerwiegend ist, dass die Medien sich dafür vereinnahmen lassen, schließlich gilt es ja mehr denn je, die sogenannte Presse- und Meinungsfreiheit zu schützen. Aber was gibt es da überhaupt noch zu verteidigen?

Soll heißen, die Unfähigkeit der Medien, das politische Geschehen kritisch zu begleiten, wird uns erhalten bleiben?

Ich fürchte sogar, dass am Sonntag die Möglichkeit zur Kritik an sozialen und ökonomischen Misständen, an Militarismus und Krieg und der Rolle, die die Massenmedien dabei spielen, über Jahre zurückgeworfen wurde. Warum haben wir die NachDenkSeiten gegründet, warum habe ich ein Buch über Meinungsmache geschrieben? Weil uns alle umtreiben sollte, dass es jetzt schon keine plurale Medien- und Meinungslandschaft mehr gibt.

Manch einer empfiehlt Ihnen, solche Einwände angesichts der Tragweite der Ereignisse hintanzustellen.

Womit schon genau die Wirkung eintritt, die ich beschreibe. Warum soll ich mit der Wahrheit hinter dem Berg halten? Aus Solidarität mit den Anschlagsopfern? Diesen nützt es doch auch nichts, wenn nicht einmal der Hergang der Anschläge gewissenhaft geprüft wird. Warum sind alle angeblichen Mörder erschossen worden? Warum beschäftigt man sich nicht endlich mit der Frage, warum junge Männer solche entsetzlichen Dinge tun, warum sie morden und ihr eigenes Leben wegwerfen? Nur einmal, vom ARD-Korrespondenten in Paris, habe ich die Anregung gehört, sich über die Ursachen Gedanken zu machen.

Woran denken Sie dabei?

Man belegt diese Leute mit dem Etikett »Terrorrist« – und fertig. Wo ist da der Ansatzpunkt zur Deeskalation? Wir müssen aber versuchen, auf mittlere und langfristige Sicht zu einer geistigen Abrüstung zwischen dem Westen und der islamischen Welt zu kommen. Wir haben hier in Deutschland in den 1960er und -70er Jahren schon einmal erfolgreich den Versuch gemacht, das Schwarz-Weiß-Schema der sich aufschaukelten Aggression zu verlassen.

Am heutigen Mittwoch erscheint Charlie Hebdo in einer Drei-Millionen-Auflage, auf dem Titel der Prophet Mohammed, der weinend ein Schild mit der Aufschrift »Je suis Charlie« hochhält. Ist das nach Ihrem Geschmack?

Das will ich nicht beurteilen. Tatsache ist, dass man dieser Zeitschrift vor den Anschlägen hierzulande bestimmt nicht als Speerspitze der Pressefreiheit gehuldigt hätte. Schamlose Bilder vom Papst zum Beispiel wären hierzulande in der Luft zerrissen worden – zu allererst durch diejenigen, die bei der Prozession in Paris ganz vorne gelaufen sind.

Was ja so auch gar nicht stimmt – die Szene mit den untergehakten Staatschefs wurde in einer Nebenstraße arrangiert.

Das hat Symbolkraft – bei all der Verlogenheit und Heuchelei.

14.01.2015 / Feuilleton / Seite 10Inhalt

 

 

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