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27.Januar Auschwitz Tag

 

 

 

Einer geplanten Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nazi Regimes des Friedensrats Markgräflerland AUF dem Jüdischen Friedhof erteilte die Ordnungsbehörde diese Auflagen: "Auf dem Friedhof ist lediglich ein Gedenken zulässig. Auf dem Friedhof sind politische Rede mit aktuellem Bezug untersagt".
Das konnte der Friedensrat Markgräflerland nicht hinnehmen. Denn das hieße für ihn, "die Opfer des Nazi Regimes ein weiteres Mal zum Schweigen zu bringen."
Wir dokumentieren hier die Reden des Friedensrats, die VOR dem Jüdischen Friedhof gehalten wurden:

► Rede Anne- Katrin Vetter

► Rede Uli Rodewald
 

Laut Schreien -                                  gegen Ungerechtigkeit und Vergessen
Holocaust Gedenktag im Markgräflerland


Am 74. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz hatte der Friedensrat Markgräflerland auf den
Jüdischen Friedhof in Müllheim eingeladen, um einen Beitrag zu leisten im Gedenken und Nachdenken über das Vergangene und damit Orientierung für das Heute und die Zukunft zu schaffen. Erfreulicherweise fand sich eine größere Gruppe von Menschen ein, um den Opfern der Nazis zu Gedenken.

Vor dem Friedhof waren Bilder von jüdischen Kindern zu sehen, die in einem Haus in Izieu/Frankreich vor den
Nazis versteckt waren und doch am 6. April 1944 von den Nazis festgenommen wurden. Sie alle wurden in
Auschwitz ermordet. Anne-Katrin Vetter vom Friedensrat Markgräflerland machte den Anwesenden diese Kinder
lebendig: " Schaut Euch unsere Gesichter an, damit wir in Euren Köpfen Menschen werden.

Schaut Euch unsere Gesichter an und wisst, wir waren nur einige unter ganz vielen, einer riesengroßen,
unfassbar großen Zahl an Menschen, die ermordet wurden." Und mit den Stimmen der Kinder von Izieu forderte sie:"Seid unsere Stimme, verstummt bitte nie! Helft uns, damit ähnliches Leid, das uns angetan wurde, in der heutigen Zeit durch Eure Hilfe aufhört.Helft uns, dass dieses Leid in Zukunft niemand mehr ertragen muss."

Ulrich Rodewald äußerte in seiner Ansprache zunächst sein Unverständnis über die Ordnungsbehörde, die auf dem Friedhof "politische Reden mit aktuellem Bezug" untersagt hatte. Deshalb habe der Friedensrat sich gezwungen gesehen, die Veranstaltung vor und nicht auf dem Jüdischen Friedhof statt finden zulassen. Denn, so führte Rodewald aus, der Opfer des Nazi Regimes zu gedenken, ohne Bezug auf auf die aktuellen Gefährdungen unseres gesellschaftlichen zusammenlebens durch nationalistische und rassistische Formationen hieße, die Opfer des Nazi Regimes eine weiteres Mal zum Schweigen zu bringen. Und auch die Versammelten kritisierten diese behördliche Auflage als völlig überflüssig und und unverständlich.

 

"Wir wollen nicht still Gedenken, sondern laut Schreien gegen Ungerechtigkeit und Vergessen", nahm Rodewald
das Vermächtnis von Paul Niedermann auf, dem als 15 Jähriger aus dem Haus von Izieu die Flucht in die Schweiz
gelang.
Verfolgt von Nazis wurden nicht nur jüdische Menschen, verfolgt wuden Kommunisten, Sozialdemokarten und
Gewerkschafter, verfolgt wurden alle, die sich den Nazis in den Weg stellten. Verfolgt und ermordet wurden
Sinti und Roma, verfolgt wurden homosexuelle Menschen, verfolgt wurden  Menschen, deren Leben von den Nazis als "unwert" betrachtet wurde.
Zugleich rief Rodewald die Menschen in Erinnerung, die sich auch im Markgräflerland den Nazis mutig in den Weg
stellten. Er verwies auf die Liste der Opfer des  Nationalsozialismus von 1947 für den Kreis Müllheim, auf der 89 Namen von Frauen und Männer aufgeführt sind, die wegen ihrer antifaschistischen Einstellung verfolgt wurden.
Angesichts der "sogenannten Alternative für Deutschland, die die Verbrechen der NS Zeit verharmlost und enge Beziehungen ins rechtsextremistische Milieu unterhät", zitierte Rodewald die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, sei es heutige Aufgabe, dem entschieden
entgegenzutreten. Jederzeit und an jeden Ort.
Die Versammelten verabredeten sich, am 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz wieder zu treffen. AUF dem
Jüdischen Friedhof in Müllheim.
 

 

 

Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Entschieden handeln gegen rechts!

 

Kinder von Izieu - von den Nazis in Auschwitz ermordet

http://www.friedensrat.org/pages/aktionen/friedensrat-auf-tour/die-kinder-von-izieu.php

  

27. Januar 1945   -

                          27. Januar 2019

 

Erinnern an Auschwitz heißt:

Entschieden handeln gegen rechts!

 

Der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar wurde im Jahr 2005 von den Vereinten Nationen zum Gedenken an den Holocaust und den 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau eingeführt.

    

Am 27. Januar 2019 jährt sich die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee zum 74. Mal.

Auschwitz ist das Synonym für den Massenmord der Nazis an den europäischen Juden und anderen Menschen, die rassistisch oder politisch ausgegrenzt  und ermordet wurden.
Auschwitz ist das Kainsmal der deutschen Geschichte.

Der 27. Januar ist kein Feiertag im üblichen Sinn. Er ist ein "DenkTag": Gedenken und Nachdenken über die Vergangenheit schaffen Orientierung für die Zukunft.

Und er ist ein Tag des Handelns: Heute unternehmen rechte Kräfte Anstrengungen, die Verbrechen der Nazis zu entschuldigen und zu verharmlosen. Deshalb bekräftigen wir den antifaschistischen Konsens unseres Landes :

Nie wieder Faschismus! - Nie wieder Krieg!

Viele junge Deutsche wissen laut einer CNN-Umfrage kaum etwas über den Holocaust. Von den Befragten in der Altersklasse von 18 bis 34 gaben rund 40 Prozent an, "wenig" oder "gar nichts" darüber zu wissen.

 

 Die "Rampe" in Auschwitz: Ankunft von Deportierten

 

Die "Rampe" in Auschwitz 2018: Den Nazis den Weg versperren!!

Deshalb zeigt der Friedensrat Markgräflerland am

 

Donnerstag, den 24. Januar um 19.30 in den Räumen der Diakonie, Wilhelmstr.8 in Müllheim den Dokumentationsfilm:

Die Befreiung von Auschwitz

 

 

 

Für Sonntag, den 27.Januar 2019 um 15.00 Uhr sind die Bürgerinnen und Bürger eingeladen zur Gedenkveranstaltung an die Opfer der Nazis auf den Jüdischen Friedhof in Müllheim

(Schwarzwaldstraße/Im Nußbaumboden) 

Bitte beachten: Männliche Teilnehmer tragen auf dem Jüdischen Friedhof eine Kopfbedeckung)

► Flyer zum download  

► Informationen über das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau

 

 

 

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