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Ostermarsch Rede Anne-Katrin Vetter

Rede Anne-Katrin Vetter
Friedensrat Markgräflerland
Ostermarsch 2019 in Müllheim

 

Krieg – wo und wann und mit wem und warum???

 

 

 

Gemäss dem Friedensforschungsinstitut SIPRI haben die Deutschen Waffen-geschäfte letztes Jahr um 13% zugenommen.

 

 

Neulich kam in der Oberbadischen Zeitung ein Artikel über Max Josef Metzger.

Er war ein Pazifist im Priestergewand, der am 17. April 1944 wegen seiner pazifistischen Einstellung von den Nazis umgebracht wurde.

Im Artikel heißt es gegen Ende:

„Wie wollen wir die Erinnerung an diesen außergewöhnlichen Sohn Schopfheims weitertragen?

Es geht nicht um das Bewahren der Asche, sondern um das Weitegeben der Flamme. Vielleicht können öffentliche Einrichtungen, einschließlich der Schulen, einen Beitrag dazu leisten, dass Max Metzger icht vergessen wird.“

Da haben wir es: keiner weiß, wie damit umzugehen ist!

Dabei ist das Einzige, was wirklich klar sein sollte, daß jeder seinen Teil beitragen sollte, damit so etwas nicht wieder passiert.

Nicht das Handeln anderen aufbürden, sondern selbst handeln! Auch als Beispiel für unsere Kinder!

Ich hoffe, dass diese Fridays-for-Future-Bewegung kein Strohfeuer ist, sondern ein Anfang.

Ich wünsche mir, dass wir Erwachsenen unseren richtig konsequenten Beitrag zu gesellschaftlichen und menschlichen Theman dazu leisten.

Ganz mutig für uns und unsere Kinder!


Krieg bedeutet für mich auch, wirtschaftlich erpresst zu werden. 

Wir müssen dieses absolut giftig produzierte Fracking-Gas den Amerikanern abkaufen, ein Wirtschaftsabkommen. Wo bleibt unser Mut, zu sagen, Nein, das wollen wir nicht!

Krieg sind die immer wieder neu kommenden Mißbrauchsfällen an Kindern.

Aus Zeiten, die vorbei sind, und auch aus der Gegenwart. Auch das ist Krieg. Alle möglichen Leuten werden verwarnt oder beurlaubt. Wo bleibt das Handeln???

Krieg ist für mich der Umgang mit unseren Mitmenschen, die etwas anders sind. Dunklere Hautfarbe haben, aus anderen Ländern kommen, anders sprechen....

Es geht auch freundlich!

 

Ein Zeitungsartikel in der Oberbadischen im März:

„Keine Bergung geplant.

Die Bundesregierung plane vorerst keine groß angelegte Beseitigung versenkter Weltkriegs-Munition aus der Ostsee.

Auf dem Meeresboden der Ostsee lagern schätzungsweise 300 000 Tonnen konventioneller Munition, die meistens mit TNT (Sprengstoff) oder Phosphor befüllt sind. Hinzu kommen chemische Kampfstoffe.“

Zahlen sind Zahlen und beeindrucken überhaupt nicht.

Ich stelle mir als kleine Eselsbrücke vor, dass ein Elefant ungefähr 1 Tonne wiegt.

Sehe ich imZoo ein paar Elefanten, beeindruckt mich das schon sehr.

Denke ich aber nun daran, dass 300'000 Elefanten das Gewicht der mit Sprengstoff und Phosphor gefüllten Munitionen darstellen, dann krieg ich eine Gänsehaut.

Und darin eingeschlossen sind noch nicht einmal die chemischen Kampfstoffe. Lauter Gift!!!

Gift, das irgendwo liegt, beeindruckt überhaupt nicht!. Wird schon nichts passieren! Wie mit Fessenheim!

Aber denken wir an unsere Kinder. Wir schauen weg und hoffen, dass ihnen auch nicths passiert??? Krebserkrankungen steigen, schlimme andere Erkrankungen auch. Und wir stehen ungläubig da und sagen: warum????

Krieg? Was bedeutet Krieg für uns? Eigentlich nichts, weil hier keiner ist.

Aber das heißt nicht, dass es woanders Kriege gab, gibt und immer neue Kriege geben wird, immer neues Elend, immer neue Flüchtlinge.

Wir verkaufen die Waffen in die Länder, aus denen wir die Flüchtlinge nicht haben wollen.

Was für eine eklige Moral!


Neulich waren wir in Collonata. Ein Dorf, in dem die Marmorarbeiter von Carrara wohnten und wohnen. Per Zufall kamen wir an den Dorfplatz, als gerade die Einwohner in ihrem regelmässigen Treffen gemeindepolitische Dinge miteinander diskutierten und Lösungsvorschläge miteinander erarbeiteten.  So geht es eben auch! Aber das setzt Interesse und Engagement voraus.  Nicht nur dumpfes Abwinken und Vorurteile verbreiten.

Wir brauchen keine Wutbürger, die den bequemen Weg nach rechts einschlagen, damit der Besen kommt, der alles Unbequeme wegkehrt.

Wir brauchen Menschen, die denken, mitfühlen, mutig aufstehen und widersprechen, wenn unsere Politiker wieder mal nur auf s Geld schauen.

Wir müssen nachhaltig auch im Umgang miteinander sein. „Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg’ auch keinem andren zu!“

Bald ist Wahl. Die rechten Parteien buhlen um Wähler mit irgendwelchen populären Thesen.

Mit unserer Geschichte darf es NIE mehr einen Grund geben, mit der Wählerstimme wieder nach rechts zu rücken.

„Populistisch“ ist meiner Meinung nach eine viel zu verharmlosende Erklärung für rechts.

Diese verniedlichenden Ausdrücke müssen durch die Wahrheit ersetzt werden: gefährlich, menschenverachtend.

Wachen dann vielleicht auch manche Leute auf, die bisher das Wort populistisch einfach überlesen haben????

In ganz Europa formieren sich die Rechten.

Wir werden es vermutlich bei den Europa-Wahlen erleben!

Leute passt auf!

Zu schnell können wir, wenn es dann soweit ist, nichts mehr machen.

Das darf nicht passieren!


Wir sind Menschen, die es verdienen, menschlich behandelt zu werden.

Wir sind aber auch verpflichtet, die anderen  Menschen menschlich zu behandeln.

Es ist zu wenig, wenn wir nur rumdiskutieren...

Erst wenn wir das Handeln ausprobiert haben, wissen wir, ob es was brachte oder nicht. Aber der Versuch ist es allemal wert!

Ich bin sehr traurig, wenn jemand zu mir sagt: „gut, dass Du dich engagierst.

Gut, dass Ihr handelt.“

Warum bin ich traurig? Weil das Ausreden sind, weil man das Handeln anderen überlässt. Wir sind Platzhalter des Handelns.

Es geht an unsere Kraft-Grenzen, weil wir zu wenig sind. 

Handeln kann eigentlich jeder. Es wollen nur ganz viele nicht. Warum den nur um Himmels Willen???

Wir machen es doch vor, wie es geht! Es tut nicht weh, es tut gut!

Mut tut gut!

Wenn wir etwas geändert haben wollen, müssen wir handeln. Wir ALLE! Tagtäglich!

Meine kleine Hausaufgabe für Euch: nachdenken und bitte handeln:

Entschieden für Frieden und gegen rechts!

Wir + du und du und Sie und Sie + jetzt + sofort + für immer.

 

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