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Verfolgung & Widerstand 1933-45

Am 8. Mai 2020 feiern wir zum 75. Mal den Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus.

Am 8. Mai 1945 wurde Deutschland von Faschismus und Krieg befreit. Ein demokratischer Neuanfang konnte beginnen. Die Überlebenden des Naziterrors, Opfer des Faschismus, die aus Zuchthaus und KZ befreiten Häftlinge und Widerstandskämpfer, die aus dem Exil zurückgekehrten Menschen beteiligten sich vom ersten Tag an am Wiederaufbau. Sie wollten ein Land ohne Krieg und Terror errichten, demokratisch, frei und solidarisch: Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!

Den Menschen, die im Markgräflerland Wioderstand gegen die Nazis leisteten, wollen wir mit diesen Seiten unsere Hochachtung aussprechen und ihnen ein Denk-Mal setzen.

Liste der von der "Badischen Landesstelle für die Betreuung der Opfer des Nationalsozialismus"
Zweigstelle Lörrach betreuten Verfolgten des Naziregimes vom 5. Mai 1947


"Die Ereignisse von 1933 bis 1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen. Später war es zu spät. Man darf nicht warten bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt wird. Man darf nicht warten bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schneeball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf… " (Erich Kästner)


Der Schneeball kam ins Rollen, weil einflussreiche Vertreter autoritärer politischer Bestrebungen und Vertreter wirtschaftlicher Interessen zusammenspielten und mit alle Macht versuchten, diese durchzusetzen.  Schon lange vor der Machtübertragung an die NSDAP.
So einig sich die rechten reaktionären Kreise waren, so uneins waren die demokratischen, republikanischen Kräfte. Sie bekämpften sich gegenseitig, statt sich einig gegen die Nazis zu stellen. Besonders die erbitterten Auseinandersetzungen zwischen den Parteien der Arbeitenden, der SPD und der KPD schwächten die Kräfte der Republik.

1928 war die NSDAP noch ein Schneeball. Sie erhielt 2,6% der Stimmen und war mit lediglich 12 Mandaten im Reichstag vertreten.
Allerdings  unterstützten bereits seit 1927 bzw. 1929 Schwerindustrielle wie Emil Kirdorf (Rheinisch-Westfälisches Kohlensyndikat) und Fritz Thyssen (Vereinigte Stahlwerke) die NSDAP.
2 Jahre später , bei der Reichstagswahl 1930, war die Lawine schon ins Rollen gekommen: die NSDAP erzielte 18,3 Prozent der Stimmen und stellte mit 107 Abgeordneten die zweitstärkste Fraktion.

" Am 11. Oktober 1931 veranstaltete die nationalistische Rechte – NSDAP, DNVP, Stahlhelm, Reichslandbund und Alldeutscher Verband– in Bad Harzburg eine Tagung, verbunden mit einem Aufmarsch ihrer Verbände, um Stärke und Geschlossenheit zu demonstrieren. Prominenteste Gäste waren der Kaiser-Sohn und SA-Gruppenführer August Wilhelm Prinz von Preußen ("Auwi"), der frühere Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht und General a. D. von Seeckt.
Am 7. Mai 1932 trafen Schleicher und Hitler eine geheime Absprache: Schleicher würde für Brünings Ablösung, die Wiederzulassung von SA und SS sowie Reichstagsneuwahlen sorgen. Im Gegenzug würde die NSDAP die nächste Präsidialregierung im Reichstag tolerieren. (https://www.bpb.de/izpb/55973/zerstoerung-der-demokratie-1930-1933?p=all)
Am 9. Januar 1933 erteilte Hindenburg die Genehmigung, Verhandlungen über eine Regierung unter Beteiligung der NSDAP aufzunehmen. In diversen Sondierungsgesprächen, unter Mitwirkung einiger Industrieller, kam es schrittweise zu einer politischen Verständigung.
Am 29. Janur übertrug Reichspräsident Hindenburg die Macht an Hitler.
"Als am Abend des 30. Januar 1933 Nationalsozialisten den lang ersehnten "Tag der Machtübernahme" mit Fackelzügen durch das Brandenburger Tor feierten, markierten die triumphierenden Kundgebungen auch symbolisch das Ende der Weimarer Republik.
Unter Wahrung des Anscheins verfassungsmäßiger Legitimität schalteten sie politische Gegner mit Gewalt aus und bemächtigten sich der staatlichen Machtinstrumente. Als diese "nationale Erhebung" im Sommer 1934 ihren Abschluss fand, waren Demokratie und Pluralismus in Deutschland zerstört."
https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/etablierung/?fbclid=IwAR1e7CRU5cv20E0wxCy6T6jT1F2bx21hS4Syue6Bbir3gf-vJQKTGWi28e4

Opfer der Nazis waren vor allem, aber nicht nur jüdische Menschen.
Verfolgt wurden Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter. Jeder und jede, die sich der faschistischen Ideologie entgegenstellte oder ihr nicht genehm war. Verfolgt wurden Sinti und Roma. Verfolgt wurden homosexuelle Menschen. Verfolgt und ermordet wurden Menschen, deren Leben von den Nazis als "unwert" betrachet wurden.
Wie sich diese Zeit im Markgräflerland darstellt, dazu wollen wir mit diesen Seiten einen Beitrag leisten.


Wir wollen vor allem sprechen von den Menschen, die sich im Markgräflerland mutig den Nazis entgegenstellten und dafür ermordet wurden oder in Konzentrationslager oder Zuchthäser eingesperrt wurden.

Ihnen wollen wir mit diesen Seiten unsere Hochachtung aussprechen und ihnen ein Denk-Mal setzen.

Und wir erinnern mit Max Mannheimer, der den Holocaust überlebte:

" Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah.  Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon."

 

 

weitere Artikel Verfolgung & Widerstand im Markgräflerland:

► Die Ehre der Barbara Graf

Das ist die Geschichte der "Entziehung des an Frau Barbara Graf verliehenen Mütterehrenkreuzes Stufe I".  2 Jahre und fast 4 Monate hat es gedauert, bis die Nazis sich dafür rächen konnten, daß Barbara Graf von Sulzburg, früher in Eschbach, nach München ins Braune Haus gereist ist, angetan mit dem goldenen Ehrenkreuz und dort versuchte, ihren  Sohn Peter vor dem Erschießen zu retten.

► Die Akte Otto Weis

Otto Weis nahm als Offizier am1. Weltkrieg teil, in dem seine beiden Söhne getötet wurden. Engagierte sich nach dem Krieg für den Frieden und wurde von Pierre Ceresole in das Internationale Komitee des Zivildienstes berufen.
1942 wurde er von den Nazis 1942 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, weil er sich gegen die Mißhandlung polnischer Zwangsarbeiter aussprach. Er starb an den Folgen der Haft am 24.11.1942 in Müllheim.

► Verfolgung der Arbeiterbewegung im Markgräflerland

Am 8. Mai 1945 wurde Deutschland von Faschismus und Krieg befreit. Ein demokratischer Neuanfang konnte beginnen. Auch für die organisierte Arbeiterbewegung und ihre Parteien, die besonders von den Nazis verfolgt worden waren.

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