8. Mai 2026: Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg
Tag der Befreiung 2026 im MarkgräflerlandVeranstaltung des Friedensrats in MüllheimZum Jahrestag der Befreiung Deutschlands von Faschismus und Krieg am 8. Mai hatte der Friedensrat Markgräflerland zu einer Gedenkveranstaltung auf den Alten Friedhof in Müllheim eingeladen. Hier sind 58 Kinder von ZwangsarbeiterInnen begraben, die noch unmittelbar nach Beendigung der Nazi Herrschaft an deren Folgen starben. Anne-Katrin Vetter vom Friedensrat Markgräflerland machte in ihrer Rede deutlich, unter welchen unmenschlichen Bedingungen die Zwangsarbeiter in Nazi Deutschland litten und sie wies darauf hin, dass der 8. Mai 1945 zwar offiziell das Ende des Nazi-Terrors bedeutet, doch die rechte Gewalt aber damit leider nicht aufgehört hat. "Der Faschismus ist nicht tot und findet eine immer grössere Anhängerschaft," betonte die Rednerin. ► Die Rede von Anne-Katrin Vetter ist hier zu lesen Auch aus Frankreich waren Teilnehmer gekommen, die sich in Mulhouse in der Ligue des droits de l´ homme, der Liga für Menschenrechte, engagieren. Gerard Moine berichtete von ihren Erfahrungen mit der zunehmenden Fremdenfeindlichkeit in ihrem Land und dem verstärkten auftreten faschistischer Gruppen wie der Action Francaise in Mulhouse. Dann verlasen die Teilnehmer die Namen der verstorbenen Kinder und knüpften Bänder mit deren Namen an die umstehende Bäumen. Jedes Band geschmückt mit einem Vergissmeinnicht. Uli Rodewald vom Friedensrat Markgräflerland verlas die Antwort einer Bürgerin auf die Forderung, es solle doch endlich Ruhe über die Nazi-Zeit herrschen:" Deshalb wird erinnert! Nicht, um heutigen Menschen Schuld einzureden, sondern damit Gleichgültigkeit nicht wieder gefährlich wird. Der 8. Mai ist kein Tag zum „endlich vergessen“, sondern ein Tag der Befreiung von einem mörderischen System.Wer Geschichte wirklich verstanden hat, fragt nicht, warum erinnert wird, sondern warum manche das Erinnern stört." Zum Abschluss der Veranstaltung sangen die TeilnehmerInnen das Lied von Bettina Wegener "Sind so klein die Hände", dass allen Kindern dieser Erde gewidmet ist. Die Künstlerin hatte sich in einem Grusswort eng verbunden mit der Aktion des Friedensrats erklärt. Leider weist bis heute kein Hinweis auf die Gräber der verstorbenen Zwangsarbeiterkinder hin. Der Friedensrat Markgräfland und die TeilnehmerInnen der Gedenkveranstaltung haben sich deshalb mit einem Brief an Müllheims Bürgermeister gewandt, dass in einer würdigen Form mit einer Hinweistafel diesem Mangel abgeholfen wird und öffentlich verdeutlicht wird, unter welchen Umständen diese Kinder zur Welt kamen und - verstarben. Ein Entwurf für eine solche Tafel war auf der Veranstaltung zu sehen, darauf ein Zitat des französischen Dichters und Widerstandskämpfers Paul Eluard: "Wenn das Echo ihrer Stimme verhallt, gehen wir zugrunde." |
Das schrieb uns Bettina Wegner: "Ihr Lieben alle, es ist so tröstlich, daß Ihr über diese lange Zeit der Kinder gedenkt. Meine Gedanken werden auch bei den Kindern, aber auch bei Euch sein.
Es ist so gut zu wissen daß es Euch gibt.
Mit dem Herzen bei Euch
Bettina"
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8. Mai: Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg! "Nie wieder ist jetzt" heisst ja ausgesprochen: "Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!" Am 8. Mai 1945 endete der von den Nazis entfesselte 2. Weltkrieg. Deutschland wurde von der Anti-Hitler Koalition vom Faschismus befreit. Schon im April 1945 war die französische Armee ins Markgräflerland einmarschiert. Damit endeten für die vielen Tausende Zwangsarbeiter, die auch im Markgräflerland zu Fronarbeit gezwungen worden waren, ihre Qualen und Strapazen. Gräbern der Zwangsarbeiterkinder Alter Friedhof in Müllheim Freitag, 8. Mai 2026 um 17 Uhr Niezapominajka! - Nichts ist vergessen und niemand! |
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Die französischen Militärbehörden brachten die nun ehemaligen Zwangsarbeiter in der Müllheimer Kaserne unter und registrierte sie als "displaced persons". In Müllheim waren es rund 5000 Menschen. Ihr Gesundheits- und Ernährungszustand war zumeist schlecht. Auf dem Alten Friedhof in Müllheim befinden sich am unteren Rand des Gräberfeldes für Soldaten, die im 2. Weltkrieg getötet wurden, Reihen von Steinplatten mit den Namen und Lebensdaten von Kindern, die in der Zeit unmittelbar nach Ende des 2. Weltkrieges dort beigesetzt wurden. Die auf dem Alten Friedhof in Müllheim 58 begrabenen Kinder starben an den unmittelbaren Folgen der Nazi-Herrschaft, unter der ihre Eltern kein menschenwürdiges Leben führen konnten. Unter diesen Verhältnisse starben viele Kinder in ihren ersten Lebenstagen oder -jahren. Auch noch nach dem 8. Mai 1945. ► Gräber der Zwangsarbeiterkinder Der Friedensrat Markgräflerland hat es sich zur Aufgabe gemacht, alljährlich am 8. Mai - dem Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg - an die 58 Kinder zu erinnern, die noch nach Beendigung des Krieges seine Opfer wurden: Niezapominajka! Vergiss mein nicht! "Wenn das Echo ihrer Stimmen verhallt, gehen wir zugrunde " Paul Eluard, französischer Dichter im Widerstand gegen die Nazis |
► Bericht des SWR Fernsehen über unsere Aktion zum Tag der Befreiung am 8. Mai in Müllheim |