skip to content

Antikriegstag 2026 im Markgräflerland

Bereit für den Frieden!

Am 1. September vor 87 Jahren griff Nazi-Deutschland das Nachbarland Polen an und begann damit den Zweiten Weltkrieg, der mehr als 60 Millionen Menschen das Leben kostete. 

Der Antikriegstag  am 1. September ist ein Tag der Erinnerung und des Mahnens: Kriege kommen nicht aus einer schwarzen Wolke über uns – sie werden gemacht. Sie werden von denen gemacht, die aus Kriegen Profite schlagen und ihre Machtinteressen durchsetzen.

Wir wollen ihre Kriege nicht. 

Wir sind bereit für den Frieden.

Laut und vernehmlich NEIN zu sagen zu Krieg, Kriegsdienst und Kriegsverharmlosung rufen DGB Markgräflerland und Friedensrat Markgräflerland auf zu einer

Kundgebung am Dienstag, den 1. September 2026
um 17 Uhr in Müllheim auf dem
Vorplatz der Evang. Stadtkirche in der Werderstr.

 

Antikriegstag 2026 im Markgräflerland

Rede Uli Rodewald - Friedensrat Markgräflerland

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen,

sehr geehrte Damen und Herren,

Am 1. September 1939 griff Nazi-Deutschland das Nachbarland Polen an und begann damit den Zweiten Weltkrieg, der mehr als 60 Millionen Menschen das Leben kostete.

Ich begrüße Sie zu unserer Kundgebung zum Antikriegstag 2026 im Markgräflerland.

In diesem Moment, da ich zu Ihnen spreche, geschieht es, dass wieder Menschen ermordet werden. Von Menschen. In einem Krieg.

Wir wollen beginnen mit einer Minute des Gedenkens an die Opfer der gegenwärtigen Kriege. Den Toten, Verstümmelten, Vergewaltigten, Vertriebenen und Flüchtlingen.

Und es gibt diese Opfer nur, weil es Täter gibt. Wer über die Opfer von Kriegen spricht, darf über die Täter, die Kriegsbetreiber nicht schweigen.

In was für Zeiten leben wir:

Wer das Leid vergangener Kriege beklagt, wie kann der zur gleichen Zeit neue beginnen? Wer das Leid gegenwärtiger Kriege beklagt, wie kann der zu gleichen Zeit die Forderung erheben, Deutschland müsse kriegstüchtig werden?

Wir wollen kein kriegstüchtiges Deutschland. Wir wollen ein Deutschland, das all seinen Einfluss einsetzt für ein friedliches Zusammnenleben der Menschen in Europa und auf der Welt.

Wir wollen nicht, dass Waffen und Geld aus Deutschland Beihilfe schaffen an Morden in aller Welt.

Deshalb haben wir uns heute hier versammelt. Um für eine lebenswerte Welt zu demonstrieren. Um den Kräften der Zerstörung unsere Kreativität, unsere Kräfte des Aufbauens und der Verständigung entgegenzusetzen. Wir sind bereit für den Frieden.

Militär und Rüstung zerstören schon heute. Ganz einfach durch ihre Existenz. Sie entziehen unserer Gesellschaft Mittel, die in vielen anderen Bereichen des Lebens fehlen. In den Schulen, den Alters- und Pflegeheimen, bei den Anstrengungen, die Zahl der arbeitslosen Menschen in unserem Land zu verringern. Allein in Müllheim sind in den letzten Jahren bauliche Vorhaben der Deutsch Französischen Brigade 200 Millionen € vergeudet worden. Allein die Kosten für das Personal der Brigade belaufen sich 2026 auf 306 405 000 €, legt man die Personalkosten der Bundeswehr zu Grunde.

108 Milliarden Euro gibt der Bund 2026 für das Militär aus, so viel wie nie seit dem Kalten Krieg. Und es wird mehr: Der reguläre Wehretat soll sich bis 2030 auf 184 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Wo so viel Geld fließt, lassen sich die richtigen Kontakte vergolden.

Das zeigen zwei Wechsel aus dem Kanzleramt und dem Verteidigungsministerium zur Rüstungslobby.

Hero Warrings führte zuletzt den Kommunikationsstab von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer im Kanzleramt. Ab Mitte September leitet er das Berliner Büro von Thyssenkrupp Steel Europe als Head of Government Affairs.

Thomas Hitschler (SPD) steuerte als Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium bis 2025 die Rüstungsbeschaffung des Bundes mit. Heute steht er auf der anderen Seite: Im Februar gründete er eine eigene Firma, die er im Juli ins Lobbyregister eintrug. Interessengebiete: Rüstungsangelegenheiten, inklusive Beschaffung.

Krieg und Frieden sind keine abstrakten, unanschaulichen Begriffe. Krieg ist, wie der Frieden, konkret, faßbar, gegenständlich

Im Krieg werden Menschen mit staatlicher Einwilligung ermordet, verletzt, vergewaltigt. Krieg ist, wenn einem Jungen der Dickdarm heraushängt, einem Mädchen das Auge herausläuft, einem alten Mann der Kopf zerschmettert wird.  Krieg ist Vernichtung menschlichen Lebens.

Das  ist im jeden Krieg so.

In Gaza,  im Iran, in Afghanistan, in Mali, In Zentralafrika, im Sudan, im Jemen,  in der Ukraine. Egal wer Krieg für welche vorgeblich so hehren Ziele führt, bezhalen tun ihn Menschen mit ihrem Leben.

“Ein Krieg kommt nicht aus dem blauen Himmel herab, er muß gleich jeder andern menschlichen Unternehmung vorbereitet werden, er bedarf der Pflege und Mitwirkung vieler, um möglich und wirklich zu werden.
Gewünscht aber, vorbereitet und suggeriert wird er durch die Menschen und Mächte, denen er Vorteil bringt.” Hermann Hesse

Sie werden von jenen gemacht, die sich aus diesen Kriegen Vorteile erwarten. Sei es finanzielle oder politische. Sie werden vorbereitet von großen Kapitalgruppen, sie werden vorbereitet von Politikern, die ihnen verbunden sind und die in Kriege eine Fortsetzung ihrer Politik sehen.

Gegenwärtig erleben wir gerade eine Explosion militärischer Gewalt mit zahllosen zivilen Opfern. Krieg und militärische Gewalt gelten wieder als normale Mittel der Politik. Wie selbstverständlich greifen Staaten und politische Gegner innerhalb von Staaten auf Waffengewalt zurück, um ihre Interessen durchzusetzen. Sie finden dafür viel zu leicht Unterstützung, sie können sich viel zu leicht mit Waffen versorgen und sie werden dafür zu oft mit internationaler Aufmerksamkeit belohnt.

Stattdessen brauchen wir politische Strukturen, die die Sicherheit und die Menschenrechte der Zivilbevölkerung vor diesen Kriegsparteien schützen; die die Rüstungsproduktion eindämmen und den Waffenhandel weltweit kontrollieren; die zivile und diplomatische Konfliktlösungen durchsetzen; die die finanzielle und wirtschaftliche Kraft der Kriegsparteien beschneiden und dafür sorgen, dass junge Männer und Frauen Arbeit finden, statt ihren Lebensunterhalt als Soldaten zu verdienen. Wer will ernsthaft behaupten, es sei schwieriger und teurer eine Region in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung zu fördern, als dort militärisch zu intervenieren?

Was wir heute erleben ist das völlige Versagen, das Scheitern einer Politik, die auf Kriege als Mittel der Konfliktlösung setzt. Wenn gewaltbereite Politiker gegenwärtig zivile Konfliktlösungen verunglimpfen und Friedensaktivisten als Zuschauer bei Völkermorden verleumden dann deshalb, weil sie vor dem Scherbenhaufen ihrer Politik stehen und nicht in der Lage sind, sich auf einen Neuanfang zu besinnen.

Das Ende der Kriege ist die Voraussetzung  für die Überwindung von  Gewalt und nationalistischer und rassistischer Verhetzung.
.Beendet die Kriege, den Hass, die Gewalt! Frieden jetzt! denn „hinter dem Frieden gibt es keine  Existenz mehr."(Gustav Heinemann)

Wir treten ein für ein Deutschland und eine EU,  die sich dem Krieg verweigern.

Deshalb  fordern wir  von  Deutschland und der EU zunächst die Beendigung aller Waffenexporte, insbesondere die in Krisengebiete

Wir lehnen die Wiedereinführung des Wehrdienstes sowie jegliche andere Form von Pflichtdiensten ab.

Um eine Welt in Frieden zu schaffen setzen wir uns ein für  die Sicherung und Verteidigung sozialer Errungenschaften und Standards bei uns und in Europa und für eine gerechte Ordnung der Weltwirtschaft.

Wir sind bereit für den Frieden.

 

Copyright © 2010 Friedensrat Markgräflerland | Website Templates by Tradebit | Powered by Website Baker