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Julian Garlewicz

100. Geburtstag von Julian Garlewicz

Am 16. Februar 2015 trafen sich Angehörige des Friedensrats Markgräflerland an der Gedenktafel für Julian Garlewicz auf dem Friedhof in Niederweiler, um seiner an seinem 100. Geburtstag zu gedenken und legten Blumengebinde nieder.

Der Friedensrat möchte bis zu den diesjährigen Friedenswochen im Herbst eine Broschüre über das Schicksal von Julian Garlewicz  erstellen. Deshalb wenden wir uns an Menschen aus der Region, die aus ihrer Kenntnis etwas zum Schicksal von Julian Garlewicz oder seiner Leidensgenossinnen und -genossen sagen können.

Bitte wenden telefonisch an Anne-Katrin Vetter 07635/ 822 781 sich  oder an friedensrat-muellheim@gmx.de 

 

 

   

Um Kontakt zu Angehörigen von Julian Garlewicz aufnehmen zu können, haben wir uns an das polnische Konsulat in München gewandt. Hier eine erste Antwort des Konsuls:

 

 

 

 

Eine Liebe in Niederweiler


Am 13. November 1942 wurde der polnische Zwangsarbeiter Julian Garlewicz in einem Steinbruch bei Lipburg gehängt. Sein "Verbrechen": Er liebte eine Frau, die aus Deutschland war.
In dem Drama von Rolf Hochhuth " Eine Liebe in Deutschland" ist exemplarisch beschrieben, wozu Rassenwahn führt.
An das Schicksal von Julian Garlewicz erinnern bedeutet die Mahnung, Entwicklungen entgegenzutreten, die zu solchen Verbrechen führen: Es gibt keine Rassen, es gibt Menschen.
Nach Berichten soll Julian Garlewicz Leiche auf dem jüdischen Friedhof in Müllheim vergraben worden sein. Der Friedensrat Markgräflerland hat sich an die Stadt Müllheim mit der Bitte gewandt, diesen Hinweisen nachzugehen und wendet sich an die Öffentlichkeit, zur Aufklärung dieses Sachverhaltes beizutragen. Angaben sind erbeten an Uli Rodewald, Tel 07631/9318564.
Der Friedensrat Markgräflerland gedenkt Julian Gralewicz am Donnerstag, den 13. November 2014  um 17.00 Uhr auf dem Friedhof in Niederweiler

 

 

 

"Eine Mauer des Schweigens"

Veröffentlicht von Administrator (admin) am Feb 23 2013
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Dorothee Philipp 15.11.2012

"Eine Mauer des Schweigens"
An der Gedenktafel für Julian Garlewicz auf dem Friedhof Niederweiler wird jedes Jahr am 13. November an die Ermordung eines polnischen Zwangsarbeiters durch die Nazis erinnert.

Foto: Dorothee Philipp


Müllheim-Niederweiler (do). Seit 1992 gibt es auf dem Friedhof in Niederweiler jeweils am 13. November eine Gedenkfeier für Julian Garlewicz. Der 26-jährige polnische Zwangsarbeiter wurde am 13. November 1942 in einem Steinbruch bei Lipburg ohne Gerichtsverfahren erhängt. Ihm wurde angelastet, eine deutsche Frau behelligt zu haben. Seit vielen Jahren veranstaltet der Friedensrat Markgräflerland dieses Gedenken an einer Erinnerungstafel an der Nordostmauer des alten Friedhofs Niederweiler, der inzwischen zum Müllheimer Zentralfriedhof vergrößert wurde. Die jüngste Gedenkfeier am Dienstag stand im Zeichen dieser unseligen Vergangenheit, die immer noch nicht aufgearbeitet ist. "Die politische Gemeinde ist Garlewicz eine offizielle würdige Feier immer noch schuldig", sagte Dieter Grether aus Niederweiler, der seit den frühen 1990er Jahren versucht, bei Justizbehörden und Archiven Einzelheiten und Fakten zu dem Fall zusammenzutragen, da er im Dorf "auf eine Mauer des Schweigens" gestoßen sei. Ulrich Rodewald, der Sprecher des Friedensrates, würdigte Grether nach einer Schweigeminute als Initiator der Gedenktafel, die hier angebracht ist, weil sich für einen Gedenkstein direkt am Ort des Verbrechens keine Mehrheit im Ortschaftsrat gefunden hatte. Es gehe keineswegs darum, der Familie, in der Garlewicz als Zwangsarbeiter zugeteilt war, einen Vorwurf zu machen oder gar jemanden zu beschuldigen, betonte Rodewald, sondern die zentrale Frage sei, wie die politische und soziale Gemeinschaft heute mit der Tat umgehe. Denn immer noch schweigen die Menschen, die Berichte von Zeitzeugen gehört hatten. Viele direkte Zeugen sind inzwischen verstorben. Am Leben sind unter vielen anderen aber auch die beiden Personen, die damals als Schüler heimlich der Exekution zugeschaut hatten und dafür von der Schulleitung vier Stunden Karzer bekommen hatten. Diese Eintragung hat Rolf Schuhbauer, ehemaliger stellvertretender Schulleiter am Markgräfler Gymnasium, in einem Protokollbuch der Lehrerkonferenzen an der "Markgräfler Schule" in Müllheim unter dem Datum 14.11.1942 gefunden. Die Frage, was mit dem toten Julian Garlewicz passiert ist, scheint sich indessen vielleicht aufzuklären. Nachdem bisher vermutet wurde, man habe ihn in die Anatomie nach Freiburg geschafft, konnte Grether im Rahmen der Feier von einem Telefonanruf berichten, der Hinweise darauf gebe, dass die Leiche auf dem jüdischen Friedhof in Müllheim verscharrt worden war. "Man hat ihn dort verlocht wie einen räudigen Hund und gleichzeitig damit die Geringschätzung für den jüdischen Friedhof gezeigt", sagte Grether. Er ist sich auch sicher, die Person zu kennen, die Garlewicz damals angezeigt hat. "Es ist in Niederweiler passiert, aber deswegen macht niemand den Nachfahren einen Vorwurf, es geht nur darum, zu der Geschichte zu stehen und sie aufzuarbeiten", betonte er sichtlich aufgewühlt. "Noch keinem Menschen, der in Niederweiler gewohnt hat, ist so ein Unrecht geschehen". Ein "anständiges Begräbnis" mit der Beteiligung offizieller Stellen wäre seiner Ansicht nach eine Möglichkeit, das Unrecht aufzuarbeiten. Alle Anwesenden, unter ihnen auch der Kur- und Gemeindeseelsorger aus Bad Bellingen, Horst Panzer, und Ortschaftsrat Jürgen Hauke waren sich einig, dass es angesichts des neuen Rechtsextremismus wichtig ist, solche Dinge aus der Vergangenheit in den Schulen zu thematisieren. "Die heutige Jugend kann das gar nicht glauben, was damals gang und gäbe war", ist sich Grether sicher.

Zuletzt geändert am: Feb 23 2013 um 7:54 PM

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