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Kritik am Landkreis wegen Flüchtlingsunterkunft-

Veröffentlicht von Administrator (admin) am Oct 06 2015
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Badische Zeitung

 

Markgräflerland

200 Flüchtlinge wohnen derzeit in Containern im Gewerbepark Breisgau bei Eschbach, Tendenz steigend. Doch die Situation stellt sich anders dar als vom Landratsamt angekündigt – so war etwa von schulpflichtigen Kindern nie die Rede.

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  2. Die Flüchtlingsunterkunft im Gewerbepark Breisgau ist für 450 Menschen ausgelegt. Wird sie fast doppelt so viele Flüchtlinge aufnehmen? Foto: Julia Jacob

  3. Die Flüchtlingsunterkunft im Gewerbepark Breisgau ist für 450 Menschen ausgelegt. Wird sie fast doppelt so viele Flüchtlinge aufnehmen? Foto: Julia Jacob

 

 

Hartheims Bürgermeisterin Kathrin Schönberger sowie ihre Amtskollegen Martin Löffler für Heitersheim und Mario Schlafke für Eschbach haben sich in einem gemeinsamen, der BZ vorliegenden Brief an das Landratamt gewandt. Darin heißt es, man habe die "bedarfsorientiertem Unterkunft im Gewerbepark angesichts der krisenhaften Gesamtsituation stets mit größtem Wohlwollen und Verständnis begleitet". Dies werde sich auch in Zukunft nicht ändern.

Entgegen der Ankündigung seien aber nicht nur männliche Einzelpersonen untergebracht, sondern unter den gegenwärtig 200 Flüchtlingen gebe es auch Familien mit kleinen Kindern. Deshalb erscheine es notwendig, "auf einige Missstände und die gravierenden Auswirkungen" auf die Gemeinden Eschbach, Hartheim und Heitersheim hinzuweisen. Dies sei umso dringlicher,als dass nach anfänglich 450 "nun auch schon von offizieller Seite des Landkreises von bis zu 800 unterzubringenden Personen in 2015 die Rede war".

Wie wird die ärztliche Versorgung sichergestellt?


Fünf Punkte seien am dringlichsten, schreiben die Bürgermeister. Dies sei zum einen die ärztliche Versorgung, die unzureichend erscheine. "Die ohnehin magere ärztliche Versorgung in unseren Gemeinden ist bereits jetzt deutlich stärker belastet." Es sei derzeit nicht erkennbar, wie die ärztliche Versorgung organisiert werde.

Des Weiteren sei die Sozialbetreuung "bereits jetzt defizitär" Die Verwaltungen und Helferkreise würden zu verschiedenen Missständen und Belangen von den Bewohnern direkt herangezogen. "Verweise an die Landkreisverwaltung und an die Sozialbetreuung Vorort gehen dabei häufig aus unterschiedlichen Gründen ins Leere." Die Verwaltungen jedoch würden ohne zusätzliche Stellen mit den gestiegenen Erwartungen nicht fertig werden.

Kein Konzept für die Kinderbetreuung


Unklar sei weiterhin, wie die Gemeinden mit Familien mit Kindern umgehen sollten. Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen würden dem plötzlich auftretenden höheren Aufkommen nicht gerecht werden. Die Bürgermeister fordern "zeitnah ein Konzept zur Unterbringung und sozialen Versorgung".

Die örtlichen Feuerwehren, so ein weiterer Punkt, seien durch häufige Alarmierungen in den Unterkünften erheblich belastet. Die Leistungsfähigkeit der ehrenamtlichen freiwilligen Feuerwehren drohe bei noch höheren Belastungen und Alarmierungsfrequenzen in Gefahr zu geraten.

Feuerwehren und Helfer an der Belastungsgrenze


Ebenfalls an die Belastungsgrenze geht aus Sicht der Bürgermeister das, was die Helferkreise leisten. Diese hätten sich schnell und in hoher Qualität etabliert. Bedauert wird jedoch, dass die Helferkreise sich über eine kaum vorhandene Kommunikation mit dem Landkreis beklagen. Unverständnis liest sich zwischen den Zeilen darüber, dass die durch die Flüchtlingsunterbringung betroffenen Gemeinden nicht im Krisenstab vertreten sind. Eine besondere Verantwortung der Mittelzentren, heißt es in dem Brief, sei nicht erkennbar. Hartheim, Eschbach und Heitersheim mit zusammen 13.500 Einwohner stünden dereinst 800 Flüchtlinge gegenüber. Heitersheim hat sich zudem bereit erklärt, 80 weitere Flüchtlinge in Erstunterbringung zu nehmen. "Selbst eine Zahl von 500 Flüchtlingen, die in den Mittelzentren aufgenommen werden sollen, sei relativ bescheiden dazu.

Zuletzt geändert am: Oct 06 2015 um 6:37 PM

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