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Friedensrat Markgräflerland erinnert mit einem Schweigemarsch und einer Gedenkfeier in Müllheim an die Reichspogromnacht.

Veröffentlicht von Administrator (admin) am Nov 11 2013
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"In Europa nimmt das Unrecht wieder zu"

Friedensrat Markgräflerland erinnert mit einem Schweigemarsch und einer Gedenkfeier in Müllheim an die Reichspogromnacht.

  1. Die Namen der Juden aus Müllheim und dem Umland, die in die Konzentrationslager verschleppt und getötet wurden, waren auf Steinen notiert. Sie wurden am Mahnmal der ehemaligen Synagoge niedergelegt. Foto: Münch

 

 

MÜLLHEIM (mps). Vor 75 Jahren verbreiteten die Nazis in der Reichspogromnacht Angst und Schrecken, zerstörten Synagogen, die Wohnhäuser von Juden und ließen die Bewohner in Konzentrationslager verschleppen. An diese Schreckensnacht erinnerte der Friedensrat Markgräflerland mit einem Schweigemarsch durch die Innenstadt und einer Gedenkfeier am Mahnmal, wo einst die Synagoge stand.
Dass es nach wie vor genügend Gründe zur Mahnung gibt, machte Uli Rodewald vom Friedensrat vor der evangelischen Stadtkirche deutlich. Damals wie heute gehe es um menschliche Schicksale, berichtete er vor mehr als 50 Teilnehmern am Schweigemarsch. Damals schauten die Mitbürger zu, als sich die Hitler-Schergen an den jüdischen Nachbarn vergriffen und diese zum Verkauf ihrer Habseligkeiten zwangen. Zynisch muteten die Inhalte der damals verfassten Protokolle und Strafanzeigen an, in denen sich die "arischen Neueigentümer" nicht über das Unrecht, das den Juden widerfahren war, erregten, sondern über Plünderungen aus dem unrechtmäßig angeeigneten Besitz. "In dieser Zeit nahm der Druck auf die jüdischen Menschen weiter zu", so Rodewald. Er nannte die Schweiz, die illegal eingereiste jüdische Flüchtlinge an ihre Verfolger auf deutschem Boden auslieferte – unter dem Motto: "Das Boot ist voll."

75 Jahre später gibt es laut Rodewald wieder Parallelen zur damaligen Zeit. Auch heute nehme in Europa das Unrecht wieder zu. Er nannte die ertrunkenen Flüchtlinge vor Lampedusa, rassistische Äußerungen über Sinti und Roma, griechische Neonazis im Parlament und den wachsenden Zuspruch in Frankreich für den rechtsextremen Front National als Beispiele. Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und der menschenfeindliche Umgang mit Flüchtlingen greifen laut Rodewald in Europa um sich. Es gebe aber auch Positives. Dies versuche der Friedensrat auf seiner Homepage zu dokumentieren.
Auf dem Platz der ehemaligen Synagoge hielten die Teilnehmer bei musikalischer Begleitung inne und legten Steine mit den Namen der ermordeten Juden am Mahnmal nieder. Rodewald verlas zu den Namen deren schicksalhafte Lebensdaten.

Zuletzt geändert am: Nov 11 2013 um 2:44 PM

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