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Freunde brauchen keine Waffen-BZ-Artikel



Friedensrat kritisiert Soldatenaufmarsch anlässlich des deutsch-französischen Freundschaftfests.


Die Brigade feiert mit – auch ohne Zustimmung des Friedensrats. Foto: ddp



BREISACH (BZ). Mit einem Schreiben an Landrätin Dorothea Störr-Ritter hat der Friedensrat Markgräflerland Protest gegen die militärische Ausrichtung des deutsch-französischen Freundschaftsfests am 15. Juni in Breisach und Neuf-Brisach eingelegt.

Dieses Fest findet anlässlich des Jubiläums 50 Jahre Elysée-Vertrag statt. Der Friedensrat betont, dass dieser Vertrag aus der Erfahrung des Leids kriegerischer Auseinandersetzungen die Erkenntnis in sich trug, dass es an der Zeit sei, Frieden zu schließen. Dabei sei an eine Einrichtung wie die deutsch-französische Brigade, die von den Regierenden und ihren Militärs heute gerne als Gipfelpunkt der deutsch-französischen Freundschaft dargestellt wird, nicht gedacht gewesen. Waffenbrüderschaft sei etwas anderes als Völkerfreundschaft, findet der Friedensrat. Eine Einrichtung wie die deutsch-französische Brigade sei kein Symbol der Völkerverständigung und des Friedens, sondern des Krieges. Kriege und ihre Akteure seien nicht zu ehren. Deshalb fordern der Friedensrat Markgräflerland und andere Friedensgruppen in der Region die Landrätin und die Kreisräte auf, die geplanten Aufmärsche mit 1000 Soldaten der deutsch-französischen Brigade zu diesem Fest am 15. Juni abzusagen. Der Friedensrat betont: "Freunde brauchen keine Waffen."
Uli Rodewald vom Friedensrat schreibt in seinem Brief an die Landrätin: "So sehr wir die Verständigung und Freundschaft mit unseren französischen Nachbarn leben, so sehr verwahren wir uns dagegen, dass der 50. Jahrestag des Elysée-Vertrages missbraucht wird, um Militär und Gewalt zu verherrlichen."

Eine entsprechende Petition haben dem Friedensrat zufolge inzwischen 341 Unterstützer unterzeichnet.

Landrätin Störr-Ritter reagiert mit einem Antwortbrief auf die Forderungen des Friedensrates. Sie schreibt: "Das deutsch-französische Freundschaftsfest (...) empfängt sehr gerne die deutsch-französische Brigade als sichtbaren Ausdruck der deutsch-französischen Völkerverständigung, insbesondere vor dem Hintergrund der leidvollen gemeinsamen Geschichte." Dazu gehöre, dass sich die Brigade in der ihr vorgegebenen Form präsentiere. Sie sehe keinen Grund, die Brigade mit ihren Soldaten und deren Familien vom Freundschaftsfest auszugrenzen, zumal der Standort dieser Brigade für den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald von "hervorragender Bedeutung" sei.

Störr-Ritter respektiert dem Brief zufolge den Standpunkt des Friedensrates, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass der überwiegende Teil der Bürger beiderseits des Rheins diese Veranstaltung positiv sehe.

► www.badische-zeitung.de/kreis-breisgau-hochschwarzwald/freunde-brauchen-keine-waffen--72313508.html

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