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Schweigemarsch 9.November 2017

 

Schweigemarsch für

die Opfer der Pogrome von

gestern -  und heute

 

 

Das andere Deutschland sind


wir!

 

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Zum Gedenken an die „Reichspogromnacht“ veranstaltet der Friedensrat Müllheim am Donnerstag, den 9. November einen Schweigemarsch für die Opfer der Pogrome von gestern und heute.

Am 9. November 1938 wurde auch in Müllheim die Synagoge geschändet. Zudem wurde „in Müllheim an den Häusern der Juden die Fenster eingeschlagen und zum Teil die Wohnungseinrichtungen demoliert. . Besonders mitgenommen wurde das Haus des Vorsingers, wo die Juden ihre Zusammenkünfte hatten, seitdem die Synagoge nicht mehr benutzt wurde,“ heißt es in den „Markgräfler Nachrichten“ vom 11. November 1938.

"Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah.  Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon." Diese Aufforderung von Max Mannheimer, jüdischer Überlebender des Holocaust, macht die aktuelle Bedeutung dieses Gedenkens deutlich.

Denn schon war sie wieder zu hören, die LTI. Die Lingua Tertii Imperii, die Sprache des Dritten Reiches. Victor Klemperer hat sie analysiert.

Er kommt zum Ergebnis, dass die Sprache in der Zeit der Nazis die Menschen weniger durch einzelne Reden, Flugblätter oder Ähnliches beeinflusst habe, als durch die stereotype Wiederholung der immer wieder gleichen, mit nationalsozialistischen Vorstellungen besetzten Begriffe.

Der parlamentarische Geschäftsführer der AfD im Bundestag bediente sich gleich in seiner Eröffnungsrede in der konstituierenden Sitzung des Bundestags genau solcher Stereotypen.

Zwar vertritt er nur 12,6% der abgegebenen Stimmen, aber wie die Nazis in der Weimarer Republik, schwingt er sich auf, als habe die AfD die "Ermächtigung" der Mehrheit der Bevölkerung erhalten. (Was bei AfD Baumann heißt: des Volkes)

" Und... nehmen Sie zur Kenntnis, der alte Bundestag wurde abgewählt, in dem Sie noch alles untereinander regeln und die Konkurrenz wegdrücken konnten. Das Volk hat entschieden und beginnt eine neue Epoche."

Wir aber sagen: Das Volk hat entschieden, mit mehr als 87%:

WIR WOLLEN DIESE BAUMANNS UND GAULANDS NICHT.

Wir stehen ein für eine Gesellschaft, die von Nazis nichts mehr hält.

Denn das ist für uns am Besten.

 


 

 

 

   


  

 

 

 

 

       
     

 

Erinnern heißt: Entschieden gegen rechts!

Am 9. November 2017 - 79 Jahre nach der "Reichspogromnacht" - gingen in Müllheim Menschen auf die Straße, um in einem Schweigemarsch zum Gedenkstein für die ehemalige Synagoge der Stadt - der Opfer zu gedenken und gegen heutige nationalistische und rassistische Gefahren zu demonstrieren.

Vor dem Gang durch die Stadt wandte sich Uli Rodewald vom Friedensrat Markgräflerland an die Versammelten und zitierte aus einer Äußerung zum Aufruf zum diesjährigen Schweigemarsch:

"Warum kann man diese uralten Geschichten nicht endlich mal ruhen lassen? Seit Jahrzehnten werden wir gezwungen uns dafür zu schämen, was Menschen irgendwann in diesem Land mal verbrochen haben!"

Rodewald wies mit einem Zitat von Max Mannheimer, einem jüdischen Überlebenden des Holocaust darauf hin, daß wir Heutigen "nicht verantwortlich (sind)  für das, was geschah.  Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon."

Und er betonte die Verantwortung der Zivilgesellschaft,  einig und aktiv gegen heutige nationalistische und rassistische Tendenzen zu handeln.

Denn es gäbe nun auch im Bundestag Kräfte, die den antifaschistischen Konsens unserer Gesellschaft aufkündigen wollten.

Am Gedenkstein für die ehemalige Synagoge in Müllheim wurden die Namen der ermordeten jüdischen Menschen aus Müllheim und Bdenweiler verlesen, die ermittelt werden konnten. Für jeden von ihnen wurde eine Friedenstaube angebracht, die die Lebens- und Todesdaten der jüdischen Frauen und Männer zeigt.
Die Teilnehmer des Schweigermarsches waren sich darin einig für eine Gesellschaft einzutreten, die von Nationalismus und Rassismus nichts mehr hält.

Rede von Uli Rodewald am 9. November 2017 vor der Evang. Stadtkirche in Müllheim zum Schweigemarsch im Gedenken an die Reichspogromnacht 1938:

 

9.11.1938

 

 

                9.11.2017 

"Warum kann man diese uralten Geschichten nicht endlich mal ruhen lassen? Seit Jahrzehnten werden wir gezwungen uns dafür zu schämen, was Menschen irgendwann in diesem Land mal verbrochen haben! Ich kann es nicht mehr hören und sehen! Wer von uns war denn dabei, oder kann etwas dafür? Ich habe dazu nichts getan, denn ich war damals noch nicht mal geboren!!!"

So eine Äußerung zum Aufruf des Friedensrats Markgräflerland zum Schweigemarsch für die ermordeten jüdischen Müllheimer 

Januar 1933H

Hitler wird Reichskanzler. Die Herrschaft der Nazis beginnt. Mit entscheidend dafür war auch die Uneinigkeit der demokratischen republikanischen Kräfte. Sie bekämpften sich gegenseitig, statt sich einig gegen die Nazis zu stellen.

 

Die Herrschaft der Nazis kam nicht aus einer grauen Wolke, sie zeichnete sich lange vorher ab: "Die Ereignisse von 1933 bis 1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen. Später war es zu spät. Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt wird. Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schneeball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf ...". (Erich Kästner) 

1933 war es zu spät. Die Nazis ermordete die Menschen im Widerstand oder sperrten sie in Konzentrationslager. 

Besonderer Verfolgung waren die jüdischen Menschen ausgesetzt.

Am 9. November 1938 wurde auch in Müllheim die Synagoge geschändet. Zudem wurde „in Müllheim an den Häusern der Juden die Fenster eingeschlagen und zum Teil die Wohnungseinrichtungen demoliert. . Besonders mitgenommen wurde das Haus des Vorsingers, wo die Juden ihre Zusammenkünfte hatten, seitdem die Synagoge nicht mehr benutzt wurde,“ heißt es in den „Markgräfler Nachrichten“ vom 11. November 1938.

Diese Pogromnacht war aber nur der Vorhof der Hölle. Zwei Jahre später, im Oktober 1940 wurden alle jüdische Menschen aus Baden in das Lager Gurs am Fuß der Pyrenäen deportiert. 900 von ihnen kamen dort ums Leben.

Ab 1942 begann die Vernichtung der jüdischen Menschen in den Vernichtungslagern der Nazis.

"Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah.  Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon." Diese Aufforderung von Max Mannheimer, jüdischer Überlebender des Holocaust, macht die aktuelle Bedeutung dieses Gedenkens deutlich.

Denn schon war sie wieder zu hören, die LTI. Die Lingua Tertii Imperii, die Sprache des Dritten Reiches. Victor Klemperer hat sie analysiert.

Er kommt zum Ergebnis, dass die Sprache in der Zeit der Nazis die Menschen weniger durch einzelne Reden, Flugblätter oder Ähnliches beeinflusst habe, als durch die stereotype Wiederholung der immer wieder gleichen, mit nationalsozialistischen Vorstellungen besetzten Begriffe.

Der parlamentarische Geschäftsführer der AfD im Bundestag bediente sich gleich in seiner Eröffnungsrede in der konstituierenden Sitzung des Bundestags genau solcher Stereotypen.

Zwar vertritt er nur 12,6% der abgegebenen Stimmen, aber wie die Nazis in der Weimarer Republik, schwingt er sich auf, als habe die AfD die "Ermächtigung" der Mehrheit der Bevölkerung erhalten. (Was bei AfD Baumann heißt: des Volkes)

" Und... nehmen Sie zur Kenntnis, der alte Bundestag wurde abgewählt, in dem Sie noch alles untereinander regeln und die Konkurrenz wegdrücken konnten. Das Volk hat entschieden und es beginnt eine neue Epoche."

Wir aber sagen: Die Bevölkerung hat entschieden, mit mehr als  87% der Wähler.

WIR WOLLEN DIESE BAUMANNS UND GAULANDS NICHT.

Wir stehen ein für eine Gesellschaft, die von Nationalismus und Rassismus  nichts mehr hält.

Denn das ist für uns am Besten.

 

Der Schweigemarsch in der Presse

 

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